ZAROS

Berühmt für seine Wasserquellen

von Margaretha Rebecca Hopfner

Zaros mit seinen etwa 3500 Einwohnern ein etwas größeres Bergdorf am südlichen Fuß des Ida-Gebirges, ist berühmt für seine Wasserquellen und seine Forellenzucht. Ebenso wie das herrliche Trinkwasser aus der Samaria-Schlucht wird es unter dem Namen seines Ursprungs - eben Zaros -in Flaschen abgefüllt für den Verzehr und in ganz Kreta und darüber hinaus verkauft. Süßwasser ist, obwohl scheinbar reichlich vorhanden, doch knapp auf Kreta, und die Kostbarkeit dieses Gutes wird einem gerade in den heissen und trockenen Sommermonaten umso bewusster, als auch dem Reisenden empfohlen wird, in dieser Periode mehrere Liter Flüssigkeit pro Tag zu sich zu nehmen. Ich verzichte in der Regel auf Soft-Drinks und geniesse literweise dieses köstliche Wasser aus Kretas Bergen, das mir in seiner natürlichen Frische besser schmeckt, als jedes künstlich hergestellte Getränk. Wenn auch auf Kreta Leitungswasser als Trinkwasser durchaus geeignet ist und es ständig bei Bedarf sprudelt und sprudelt, empfiehlt sich doch ein sorgsamer Umgang damit.

Auf der Fahrt nach Zaros kamen wir unter anderem auch durch das Dorf Kouroutes, das nach jenen mythischen Fruchtbarkeitsdämonen, den Kureten, benannt ist, die den in einer Höhle im Dikti Gebirge (Dikteon Andron) geborenen und in einer Idäischen Höhle (Ideon Andron) während seiner Kindheit lebenden späteren Göttervater Zeus vor seinem eigenen Vater Kronos erfolgreich beschützten. Kronos nämlich fraß seine Kinder auf, um potentielle Konkurrenten, die ihm die alleinige Macht im Götterhimmel streitig machen hätten können, von vornherein auszuschalten. Rhea, seine Gemahlin, gab ihm nach der Geburt ihres Sohnes Zeus einen Stein, den Kronos schluckte und vermeinte, er hätte sein Kind damit vernichtet. Die Kureten ihrerseits übertönten mit wilden Waffentänzen das Geschrei des Zeus-Kindes, als dieses in der Höhle im Ida Gebirge lebte, und halfen so, das Leben des göttlichen Knaben zu retten.

In Zaros machten wir dann Halt, nahmen eine kleine ortsübliche Spezialität, nämlich Joghurt mit Honig, in einem gepflegten Restaurant-Hotel zu uns, besichtigten die in unmittelbarer Nachbarschaft befindliche alte Wassermühle samt Inventar und besuchten einen jungen Ikonenmaler in seiner Werkstatt mitten im Ort. Die Jahrhunderte zurückreichende Tradition der Ikonenmalerei, die einem strengen Formenkanon verpflichtet ist, wird hier weiter gepflegt, und der Besucher kann gar das eine oder andere gute Stück käuflich erwerben.

Auch in Zaros würde ein längerer Aufenthalt sicher attraktiv sein, weil in der näheren landschaftlich äußerst reizvollen Umgebung zahlreiche Wandermöglichkeiten auf den Natur- und Kulturbegeisterten warten und die Seele sich an den Quellen der Stille nähren kann.

M.R. Hopfner, Wien, ©2001-2004, Alle Rechte vorbehalten.

Home

PrivHomepage

Kreta-Fotos

Kreta-Artikel

Impressum

Google

Google Language Tool

Suchen in:
Suchbegriffe:
In Partnerschaft mit Amazon.de