ARGYROUPOLIS

Das antika Lappa

von Margaretha Rebecca Hopfner

Argyroupolis ist mit seinen etwa 700 Einwohnern ein mittelgrosses Dorf auf einer exponierten Anhöhe (ca. 260 m) im gebirgigen Hügelland etwa 12 km südwestlich von Rethymnon. Zwischen den Flüssen Mousselas und Petres gelegen verfügt es sogar noch über weitere Wasservorkommen, welche die reiche Vegetation in seiner Umgebung möglich machen. Dieser schöne Ort ist regelrecht in Grün gebettet und in Blütenpracht gekleidet.

Zudem blickt Argyroupolis weit in die Vergangenheit zurück, denn bereits in der Antike befand sich hier die Stadt Lappa, die der Mythologie zu Folge von Agamemnon gegründet worden sein soll. Jedoch wird dieser Ort von anderen antiken Autoren auch mit der Polis Lampe gleichgesetzt. Lappas Hegemonie erstreckte sich von der Südküste Kretas, wo es in Phoinix, wahrscheinlich dem heutigen Loutro, über einen Hafen verfügte, bis zur Nordküste, mit seinem an der Almyrou-Bucht gelegenen Hafen Hydramia. Die Stadt prägte eigene Münzen, auf denen u.a. die göttlichen Hoheiten Poseidon, Artemis und Apollon abgebildet wurden.

Nach ihrer Zerstörung im 1. Jh. v. Chr. blühte sie allerdings unter römischer Herrschaft wieder auf, gelangte im Anschluß daran unter den Einflussbereich von Byzanz und wurde im 9. Jahrhundert von den Sarazenen dem Erdboden gleichgemacht. Von der venezianischen Herrschaft auf Kreta, während der venezianische Adelige sich Lappa als Landsitz wählten, zeugen zahlreiche architektonische Details wie beispielweise reliefverzierte Fenster und Türen. Vom Dorfplatz aus beginnt unmittelbar nach dem Durchschreiten eines Rundbogens ein historischer Pfad, der zu verschiedenen Sehenswürdigkeiten führt: darunter ein wunderschönes florales Fußbodenmosaik aus dem 3. Jh. n. Chr. Und wer offenen Auges durch den Ort geht, findet "an allen Ecken und Enden" Zeugen der Vergangenheit.

Aber nicht nur historisch Interessierten bietet Argyroupolis ein reizendes Ambiente. Auch wer sich einige Tage ländliche Ruhe gönnen und doch in Stadtnähe verweilen will, ist hier am richtigen Platz. Selbstverständlich gibt es eine touristische Infrastruktur. Die schönste Zeit für ein solches Verweilen dürfte wohl das Frühjahr sein, wenn Grünes und Blumen in neuer Frische erstrahlen und Argyroupolis in seinem Brautkleid erscheint ...

Wichtige Informationen zu diesem Text habe ich folgenden Werken entnommen:
Lambert Schneider. Kreta. Dumont Kunstreiseführer.
Vassilakis, Antonis: Kreta. Athen.o.J.

Ein interessanter Link

M.R. Hopfner, Wien, ©2003, Alle Rechte vorbehalten.

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